
Arsalan Abedian wurde in Teheran (Iran) geboren und erhielt seine erste musikalische Ausbildung auf der Santur, einem traditionellen persischen Instrument, bei Omid Sayareh. Sein Kompositionsstudium begann er in Teheran und setzte es an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover fort, wo er neben einem weiteren Masterabschluss auch das Konzertexamen der Soloklasse absolvierte. Zu seinen prägenden Lehrpersonen zählen unter anderem Joachim Heintz, Kiawasch Sahebnassagh, Oliver Schneller, Ming Tsao und Gordon Williamson.
Als Komponist, Veranstalter und Mitglied der Yarava Music Group ist Abedian seit vielen Jahren an einer Vielzahl von Konzerten, Projekten und künstlerischen Formaten der zeitgenössischen Musik beteiligt. In Teheran gründete er das Label Contemporary Music Records und war Mitinitiator des ersten Wettbewerbs für elektroakustische Musik im Iran, der Reza Korourian Awards, bei dem er auch als Jurymitglied und Herausgeber tätig war. Seine Werke wurden von namhaften Festivals und Ensembles in verschiedenen Ländern aufgeführt.
Abedians kompositorisches Schaffen umfasst Werke für unterschiedliche Besetzungen ebenso wie elektroakustische Musik und Klanginstallationen. In manchen Arbeiten basieren Materialwahl und Struktur auf numerischen Reihen, deren Kombinationen und Relationen klanglich umgesetzt und in kompositorische Parameter transformiert werden. Andere Stücke integrieren theatrale Elemente, neue Aufführungssituationen, räumliche Aspekte sowie Bewegungen der Interpret*innen. Einige Werke erkunden neue Klangfarben, indem sie traditionelle Instrumente mit unkonventionellen, teils absurden Spieltechniken und dadaistisch anmutenden Ausdrucksformen verbinden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Umgebungsgeräuschen, Alltags- und Objektklängen als kompositorischem Material, was insbesondere in seinen elektroakustischen Werken zum Tragen kommt. Inspiriert wird seine Musik zudem von moderner iranischer Literatur – etwa von Sadegh Hedayat – sowie von poetischen und literarischen Texten, unter anderem von Kurt Schwitters.

Johanna Ackva arbeitet interdisziplinär mit Schwerpunkt aufPerformance und den Körper als Material und Medium. Neben bewegungsbasiertenPraxen ist der Dialog – mit Expert*innen, Fremden und Freund*innen – einewesentliche Inspirationsquelle für ihre Arbeit, die sich in live bespieltenRäumen, sowie situativ auch in Texten, Objekten und Installationenmanifestiert. Seit 2014 haben Ackvas häufig kollaborativ bestrittenen ProjekteThemen wie Arbeit und deren Wert (They Ate Our Day, The Agreement), Mystik (HumanPolygraph, Tongues Entangled) und Naturerfahrungen (Salt Lake), Konstruktionenvon Gender (Women and watery men, Earthbound Squatters) sowie Tod, Trauer undunsere Beziehung zu den Toten (ohne Titel, CLOUDS ON CLEAR SKY, Grandmothers,aus dem was sprachfähig war) berührt. Zuletzt war ihre vierteiligePerformancereihe ~ 4E8A∞ ~ beim Festival Current | Kunst und urbaner Raum inStuttgart zu sehen. U.a. mit Anna Zett, Judith Milz und Marie DuPasquier hatAckva diverse interdisziplinäre Reihen und Projekte kuratiert und gehostet.Seit 2019 wirkt sie an der Gestaltung und Kuration des Denk- und ProduktionsortLibken (Uckermark) mit. Zuletzt konzipierte sie dort ein Programm, dasKünstlerinnen aus ländlichen Regionen Polens, Deutschlands und derTschechischen Republik zu einer kollaborativen zweimonatigen Residenz einlud.Immer wieder unterrichtet Ackva, z.B. im Studium Generale der BerlinerUniversität der Künste. Neben der Umsetzung ihrer eigenen Arbeiten agiert Ackvaals Performerin mit Bewegung, Stimme und Sprache in Theater-, Musik- undTanzprojekten.

Fidan Aghayeva-Edler ist eine in Berlin lebende Pianistin, die sich derzeit auf die Aufführung zeitgenössischer Musik und Musik von Komponistinnen konzentriert. Ihr jüngstes Projekt ist ein Klaviermarathon, bei dem sie als einzige Pianistin 24 Stunden lang ausschließlich Musik von Komponistinnen non-stop aufführt. Ihre Aufnahmen wurden u. a. vom Bayerischen Rundfunk, RBB Kultur, Klassikcast des Goethe-Instituts, MDR Figaro, WDR3, Radio Eins, KAN Israel, Radio France und Český rozhlas ausgestrahlt. Zu ihren Soloalben gehören "Verbotene Klänge: Sechs Suiten" (2019), mit der Musik verfolgter Komponist:innen, erschienen bei Kreuzberg Records, und "Fenster" (2022), erschienen bei GENUIN, mit den Werken von sieben zeitgenössischen Komponistinnen, das für den Preis der Deutschen Schalplattenkritik und den ECHO Klassik nominiert wurde.
Zu ihren weiteren kollaborativen Projekten gehören die CDs und Alben "Klavierwerke" (2016), "Twenty for piano" (2020), "The Black Garden" (2020), “Seven Sisters” (2024). Als Solistin und im Ensemble konzertierte sie weltweit, u.a. in der Berliner Philharmonie, Waldbühne Berlin, Grieghallen Bergen, und war Teil der "musica reanimata"-Konzertreihe im Konzerthaus Berlin, Impuls Festival, Aurora Festival Schweden, ICPA Festival, Händel Festival, Festival "Verfemte Musik" Schwerin, Internationales Festival Sobiraem Druzey Moskau, Borealis Festival, Bergen Festspillene, International Week of Conservatories St. Petersburg, akademie kontemporär an der HfMT Hamburg, NUNC!5 Chicago, Baku Contemporary Music Days, Klangteppich, Junge Akademie Exhibition AdK Berlin.
Ihr Schwerpunkt liegt auf der Wiederentdeckung der Musik von verfolgten Komponist:innen. Sie bemüht sich um die Gleichstellung der Geschlechter in allen ihren Konzertprogrammen. Sie entdeckt ständig neue musikalische Sphären, wie z.B. improvisierte Performances (solo oder im Ensemble) mit erweiterten Klaviertechniken, die Realisierung von interdisziplinären Projekten (einschließlich Poesie und Tanz), die Erforschung von Instrumenten und Genres. Sie gibt Workshops für zeitgenössische Klaviertechniken an Musikhochschulen und auf Festivals in ganz Deutschland, Europa und USA.
Als Pianistin und Performerin tritt sie in Theater und Film auf; zu ihren jüngsten Arbeiten gehören Rollen in "Fabian" von Dominik Graf, "Berlin.Babylon" IV Saison, “Nocturne” von Oliver Alaluukas; Kammeroper "Wir" im Deutschen Theater Berlin, "vis-á-vis" im Ackerstadtpalast, "Amazon Rising" von Heinrich Horwitz und "Ich heb' dir die Welt aus den Angeln" in der Neuköllner Oper.

Irini Amargianaki, in Athen geboren, bekam die große Liebe zur Musik quasi in die Wiege gelegt. Als Tochter des Musikwissenschaftlers Georgios Amargianakis (Professor für Ethnomusikologie in den Bereichen griechische Volksmusik und Byzantinische Musik), begann ihre musikalische Ausbildung mit Akkordeon und Musiktheorie. Sie studierte später Kontrapunkt, Fuga und Komposition am Konservatorium in Athen bei I. Terzakis. Neben Musik absolvierte sie bis 2005 an der Universität in Athen ihr Diplom in Theaterwissenschaften.
2005 bis 2010 setzte sie ihr Kompositionsstudium an der Universität der Künste Berlin bei Walter Zimmermann fort. Anschließend studierte sie als Meisterschülerin bei Kirsten Reese und Walter Zimmermann bis 2012 weiter an der UdK Berlin.
Im Rahmen der zweijährigen Lehrzeit konnte sie sich intensiv mit elektronischer Musik bzw. Klanginstallation und visuellen Medien wie Video und Schattentheater beschäftigen.
Von 2005 bis 2012 lernte sie die arabische Kurzhalslaute (Oud) bei dem syrischen Meister Farhan Sabbagh. Dadurch konnte sie die eigenen musikalischen Wurzeln sowie die außereuropäische traditionelle Volksmusik, als auch die Entwicklung der Mikrotonalität in den griechischen und arabischen Tonsystemen erforschen.
Von 2006-2016 leitete sie musikalische Workshops in verschiedenen Schulprojekten in Berlin. Im April 2020 erhielt den Auftrag von Maestro Daniel Barenboim ein neues Werk für Pierre Boulez Saal zu komponieren für das online Konzert: A Festival of New Music. Weiterhin bekam sie Kompositionsaufträge von Ensemble Intercontemporain in Paris unter der Leitung von Matthias Pintscher und Pierre Boulez Ensemble in Berlin.
2020 erhielt sie das Arbeitsstipendium von Senatsverwaltung für Kultur und Europa im Bereich Ernste Musik und Klangkunst und in den folgenden Jahren erhielt sie mehrmals Kompositionsstipendien von Musikrat -Neustartkultur. Im Sommer 2022 war sie als Kompositions-Dozentin beim Bundeswettbewerb Jeunesses Musicals eingeladen und im April 2023 bei Jugend Komponiert Bayern.
Sie ist 2023 nominiert für den GEMA Musikautor:Innen Preis in der Kategorie: Orchester und Stimmen. Seit 2022 ist sie Mitglied der Berliner Komponist:innen Verein Atonale e.V. Ihre Werke erscheinen bei Verlag Neue Musik.

Ashkan Behzadi (geb. 1983), Preisträger des Academy of Arts and Letters Award 2026, des Ernst-von-Siemens-Komponistenpreises 2025 sowie Guggenheim-Stipendiat für Musikkomposition 2021–2022, ist ein iranisch-kanadischer Komponist, der in New York lebt. Er erwarb seinen DMA in Komposition an der Columbia University, wo er bei Fred Lerdahl, George Lewis und Georg Friedrich Haas studierte. Zuvor hatte er an der McGill University einen Bachelor-Abschluss in Komposition und Musiktheorie erworben und dort bei Chris Paul Harman und Brian Cherney Komposition studiert. Ashkan besitzt außerdem einen Bachelor-Abschluss in Architektur von der Universität Teheran, wo er gleichzeitig Kompositions- und Musiktheorieunterricht bei Alireza Mashayekhi nahm.
Ashkans Musik wurde von verschiedenen internationalen Interpreten und Ensembles in Auftrag gegeben und aufgeführt, darunter Ensemble Recherche, TAK Ensemble, Oerknal Ensemble, Ensemble Mosaik, Yarn/Wire, JACK Quartet, Grossman Ensemble, Divertimento Ensemble, Ensemble Alternance, Ensemble UnitedBerlin, Exaudi, Ekmeles, Wet Ink, Talea Ensemble und le Nouvel Ensemble Moderne (NEM). Seine Arbeit erhielt Anerkennung durch zahlreiche Preise, Künstlerresidenzen und Festivalteilnahmen (Koussevitzky-Stiftung, Fromm-Stiftung, New York State Council on the Arts, zweiter Preis des Graham-Sommer-Wettbewerbs, Prix de Composition in Fontainebleau, MacDowell-Stipendium, Civitella-Ranieri-Stipendium, Divertimento Ensemble Composers Meeting, Dialoge-Festival der Stiftung Mozarteum Salzburg, Manifeste-Festival am IRCAM CIRMMT New Music Series).
Für das akademische Jahr 2019–2020 trat Ashkan Behzadi dem Fachbereich Musik der University of Chicago als Postdoktorand im Center for Contemporary Composition bei. Seit September 2023 unterrichtet er an der Manhattan School of Music als Dozent für Musikkomposition. Die Frage der Genre-Identität bzw. der Genre-Verwischung sowie die dialektische Beziehung zwischen modernistischer Lyrik und zeitgenössischer Musik bilden seit einigen Jahren den Kern von Ashkans ästhetischen Anliegen. Strukturell zeichnet sich seine Musik durch große Detailtreue aus und vermittelt eine miniaturiartige und sanfte lyrische Landschaft. Indem er Techniken der Anspielung und des Pastiches als Grundlage seines Schaffens nutzt, zielt seine Musik letztlich darauf ab, die kollektive Erinnerung an Volksmusik zu wecken.
CHEN Chengwen 陳政文 (*1980) tätig als freischaffender Komponist im vokal-instrumentalen sowie im elektroakustischen Bereich. Geboren 1980 in Taiwan, lebt und arbeitet seit 2010 in Deutschland. Seine Kompositionen schaffen oft neue Hörsituationen, indem sie scheinbar Vertrautes als Fremdes erklingen lassen, die Körperlichkeit der Musiker in außergewöhnlicher Weise inszenieren oder neue Konzertformen erforschen. Im Vordergrund steht dabei das akustische Denken, welches durch elektroakustische Hörerfahrungen inspiriert ist, z.B. durch spektrale Sprachanalysen, räumliche Perspektiven oder die Entwicklung von hybriden Instrumenten-Klangkörpern. Eine wichtige Rolle spielt die musikalische Auseinandersetzung mit transkulturellen Erfahrungen und Fluidität. Kompositionsstudium in Taiwan und 2010-16 in Deutschland, zunächst an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (Konzertexamen), danach elektroakustische Komposition an der Hochschule für Künste Bremen. Seit 2018 als Mitglied von tritonus e.V. Mitorganisation der Konzertreihe HörenSehen.

Sori Choi (*1987) begann ihre musikalische Reise als Schlagzeugerin im Alter von sechs Jahren mit der Janggu Trommel. Ihr Weg führte zur National High School of Korean Music und dann weiter zum Seoul National University’s College of Music. Sie ist auf zahlreichen internationalen Festivals aufgetreten, unter anderem Musica Insieme Panicale (Italien), Aarhus Festuge (Dänemark), New Music Concerts (Kanada), World Minimal Music Festival (Niederlande), Klangspuren Festival (Österreich), Weiwuying Arts Festival (Taiwan) und Tongyoung International Music Festival (Korea). Sie hat viele Werke zeitgenössischer Komponist:innen uraufgeführt. Um das Interesse an koreanischem Schlagzeug zu verbreitern, hat sie Workshops an Institutionen wie dem National Gugak Center, den Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt, der Musik Akademie Basel und The Royal Danish Academy of Music gegeben. Gegenwärtig verbreitet sie weltweit koreanische Musik durch verschiedene Aufführungen, Meisterkurse und der Zusammenarbeit mit Musiker:innen über die Genregrenzen hinweg.

Der italienische Komponist Francesco Ciurlo, geb. 1987 in Mailand, studierte bei Marco Stroppa mit einem DAAD Stipendium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Zuvor hatte er sein Studium bei Gabriele Manca am Mailänder Konservatorium Anfang 2017 mit Auszeichnung abgeschlossen. Seine Musik wurde u. a. vom Ensemble Musikfabrik, Divertimento, Intercontemporain, Multilatérale, Mdi, Meitar, Schallfeld, Reconsil, dem Mailänder Konservatoriumsorchester, dem Stuttgarter Kammerorchester, dem slowenischen Philharmonik Choir, dem SWR Vokalensemble und von Solisten wie Nicolas Hodges und Maria Grazia Bellocchio gespielt bzw. in Auftrag gegeben und dirigiert von Sandro Gorli, Yoichi Sugiyama, Clement Power, James Wood, Johannes Kalitzke, Marcus Creed, Matthieu Mantanus, Léo Warynski und Julien Leroy. Seine Werke waren bei renommierten Festivals zu hören, darunter das Festival Manifeste (2019), das Lucerne Festival (2018) und die Biennale von Venedig (2016), aufgenommen und gesendet von SWR2, WDR3, SRF2, Deutschlandfunk, Rai Radio 3, NPO4 und RTP. Im Jahr 2020 war er Composer-in-Residence für das Divertimento Ensemble. In diesem Rahmen wurden mehrere Stücke Ciurlos, darunter eine neue Komposition für Oboe und Ensemble, aufgeführt und eine Portrait-CD aufgenommen. Er hat zahlreiche Wettbewerbe und Preise gewonnen, darunter: Stuttgart Kompositionspreis, Deutscher Musikwettbewerb, the Milan Conservatory prize; Finalist in the Christoph Delz Wettbewerb; Matan Givol competition; Premio Trio di Trieste. Von Juni bis November 2021 war er Stipendiat des Künstlerhof Schreyahn. Seine Musik ist veröffentlicht bei Edizioni Suvini Zerboni - Sugarmusic S.p.a., Mailand.

Misha Cvijović, geboren in Belgrad, lebt und arbeitet in Berlin als Komponistin, musikalische Leiterin, Pianistin, Synthesizer-Performerin und Klangkünstlerin. Ihre Werke decken eine Vielfalt zeitgenössischer Genres ab – von Instrumentalsolo über Orchester- und Kammermusik, elektroakustische Musik, Oper, Musiktheater bis zu Theater und Film. Die Vielseitigkeit ihrer musikalischen Sprache ist das Ergebnis ihres ständigen Experimentierens mit neuen klanglichen und künstlerischen Perspektiven.
Misha Cvijović war 2021 Stipendiatin der Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Berlin und 2021 des Musikfonds Berlin mit dem Trio Splitsignals Berlin. Sie erhält das WERGO-CD-Porträtförderung der Edition Zeitgenössische Musik (EZM) und hat die CD mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Enno Poppe, dem Ensemble Musikfabrik, Gregor A. Mayrhofer und Sebastian Berweck aufgenommen. Für die Konzeption der queeren Landoperette Alles Liebe! wurden Misha Cvijović (Komposition) zusammen mit Philipp Amelungsen (Libretto) und Team mit dem Reinhold-Otto-Mayer-Preis 2025 ausgezeichnet. Neben ihrer kompositorischen Tätigkeit wird sie ab dem Sommersemester 2024 eine Lehrauftrag in der Abteilung Musiktheater an der UDK Berlin antreten.

Forough Fami ist eine iranische Choreografin und Tanzkünstlerinmit Sitz in Berlin. Sie studierte den BA Tanz, Kontext, Kontext am HZT inDeutschland und absolvierte einen Master in Choreografie an der DAS GraduateSchool in den Niederlanden. Sie bewegt sich zwischen dem Kreieren, Performen,Schreiben und Unterrichten und lässt jede Form die jeweils andere beeinflussen.Ihre Praxis lauscht dem Körper, seinen Empfindungen, seinen Schwellen undseinen sich verändernden Wahrnehmungen und lässt sich von diesen feinenStrömungen leiten. Verwurzelt im Prozess und genährt von Experimentierfreudeversteht sie Choreografie als einen Raum der Recherche, in dem kritischeReflexion und künstlerische Imagination zu ständig neuen Formen heranwachsen.
Gabriel Frisch (*2005) begann im Alter von 15 Jahren zu komponieren. 2022 erhielt er einen Förderpreis, 2023 und 2024 jeweils einen Bundespreis beim Bundeswettbewerb Jugend Komponiert. 2024 erhielt er das Kompositionsstipendium „Neues Zeug“ der Jeunesses Musicales Deutschland.
Von 2020 bis 2025 nahm er Klavier-/Kompositionsunterricht bei Tatjana Prelevic. Von 2017 bis 2025 nahm er Posaunenunterricht an der Musikschule Hannover bei Lars Westphal, im Wintersemester 2025/26 begann er sein Bachelorstudium im Fach Posaune an der HfM Würzburg bei Prof. Andreas Kraft. Er ist Mitglied des niedersächsischen Landesjugendensembles Neue Musik, für das er im Sommer 2025 ein Stück geschrieben hat.

Francisco C. Goldschmidt studierte Komposition bei Cirilo Vila und Aliocha Solovera an der Universität von Chile und absolvierte einen Master in Kunsttheorie und -geschichte bei dem Philosophen Dr. Sergio Rojas an derselben Universität. Er erhielt ein Stipendium des chilenischen Nationalrats für Kultur und Kunst, um einen Master of Music und ein Konzertexamen in Instrumentalkomposition bei Johannes Schöllhorn an der Musikhochschule Köln zu absolvieren.
Goldschmidts Werk zeugt von einer besonderen Faszination für Solo- und Kammermusik in reduzierter Besetzung. Die innere Polyphonie einzelner Stimmen, der Einsatz von Resonanzen und die intensive Verflechtung versteckter Gesänge sind charakteristisch für sein Schaffen. Plötzliche Stimmungs- und Tempowechsel führen zu einer divergierenden und ambivalenten Musik, die stets von Fragilität geprägt ist. Die Frage nach permanenter Zweiteilung, Identitätslosigkeit, Isolation, Desorientierung und Labyrinth sind Themen, die sich durch sein Werk ziehen. Darüber hinaus sind die Arbeit mit Verstärkung und Verräumlichung von Klang sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Nicolás Rupcich (*1981) ein wesentlicher Bestandteil seines künstlerischen Projekts.
Goldschmidts Musik wurde von verschiedenen Ensembles aufgeführt, darunter das mdi ensemble (Italien), MAM.manufaktur für aktuelle musik, Fukio Ensemble, hand werk, IEMA Ensemble, Kölner Gitarrenquartett, Trio Estatico, Das Neue Ensemble Hannover, L'art pour l'art, Kommas Ensemble, Ensemble KNM Berlin, Ensemble Recherche (alle Deutschland), Spóldzielnia Muzyczna (Polen), Ensemble Lucilin (Luxemburg), Colectivo Azul, Ensamble Contemporáneo UC (Chile), TimeArt Studio (Taiwan), Ensemble Exophonie Tokyo (Japan), Vertixe Sonora Ensemble (Spanien) und Friends of Mata (New York). Darüber hinaus wurden seine Orchesterwerke vom Kammerorchester von Chile, dem USACH Classical Orchestra von Santiago, dem HfMT Orchester von Köln, dem SWR Sinfonieorchester von Stuttgart und dem Gürzenich-Orchester von Köln ausgewählt.
Darüber hinaus wurde seine Musik bei mehreren Festivals aufgeführt, darunter dem UC Festival in Santiago de Chile, Concerts-Lab in Tokio, Ciclo-Cervantes in Buenos Aires, MATA Festival in New York, Ensems in Valencia, WERFT und Acht Brücken in Köln.
Er hat verschiedene Auszeichnungen erhalten, darunter die Finalteilnahme beim Wettbewerb „Luis Advis 2007“, die Unterstützung durch die CNCA in Chile in den Jahren 2013/2016, den „RheinSilver Award 2014“ im Rahmen der Biennale für Neue Talente in Köln, den zweiten Preis beim Berliner „Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Preis 2014”, das „Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium” in Köln 2016 und die Unterstützung für fünf Kompositionsaufträge durch die Ernst von Siemens Musikstiftung (2018/2019/2020/2023/2025). 2019 war er Artist in Residence im Künstlerdorf Schöppingen und wurde beim „Young Composers' Forum 2020” der Bayerischen Akademie der Bildenden Künste in München ausgezeichnet.
Francisco C. Goldschmidt lebt und arbeitet seit 2011 in Köln als freischaffender Komponist und künstlerischer Leiter des Kommas Ensembles.
Im Jahr 2025 war er fünf Monate lang Composer-in-Residence bei der Bartels-Stiftung in Basel, Schweiz, und drei Monate lang im Atelier Galata in Istanbul, Türkei, unterstützt von der Kunststiftung NRW.
Im Jahr 2026 erscheint die audiovisuelle Aufzeichnung seines instrumentalen Monodramas „ELOY – Musik mit Bildern der Isolation”; hundert Minuten Instrumentalmusik, die er seit 2012 bis heute als Work in Progress komponiert hat, basierend auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers Carlos Droguett.
Eine Portrait-CD mit seinen neuesten Werken soll ebenfalls 2028 im Rahmen der Reihe „Edition Zeitgenössische Musik Podium Gegenwart” bei WERGO erscheinen.
Helen Grime ist eine der erfolgreichsten britischen Komponistinnen. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem British Composer Award. Seit 2017 ist sie Professorin für Komposition an der Royal Academy of Music in London. Grimes Musik ist häufig von anderen Kunstformen inspiriert: von der Malerei, der Bildhauerei oder von der Literatur.
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Jakob Grimm versteht notierte und improvisierte Musik nicht als Gegensätze, sondern als zwei Wege zu einem Klang, der unmittelbar spricht. Als Solist und Kammermusiker gilt sein Interesse Musik mit Gegenwartsbezug — von Uraufführungen bis zu Werken, die auf neue Weise gehört werden wollen. Komponisten wie Manuel Zwerger, Biagio Putignano und Mike Svoboda schreiben für ihn; Sender von ORF bis BBC Radio 3 porträtieren seine Arbeit. Seine Bassposaune ist ein Instrument der Tiefe — selten im Rampenlicht, und genau deshalb voller unentdeckter Möglichkeiten. Seine Konzerttätigkeit führt ihn in die Wigmore Hall London, die Philharmonie Berlin, die Solti Hall Budapest, die Santa Croce in Florenz und die Reitschule Grafenegg. Als Solist arbeitet er mit Dirigent:innen wie Susanne Blumenthal, Konstantia Gourzi und Verena Mösenbichler zusammen. Er ist Mitglied von Tetra Brass — einem Quartett, das die Blechbläserkammermusik so ernst nimmt, wie es sonst nur Streichquartette tun: Mit eigenem Repertoire zwischen wiederentdeckter Literatur und eigens für das Ensemble geschriebener Musik, mit gewachsener Klangsprache und einer Konzerttätigkeit, die das Quartett regelmäßig auf Festivals wie Grafenegg, Detect Classic oder Wege durch das Land führt. Im Musiktheater verlässt seine Posaune den Orchestergraben und wird Teil des Geschehens: Produktionen führen ihn an die Bayerische Staatsoper, zur Münchener Biennale, an die Schauburg München und zu Jeunesse Musicale Österreich, wo er unter anderem mit Daniella Strasfogel, Katharina Mayrhofer und dem Kollektiv Hauen und Stechen arbeitet. Darüber hinaus musiziert er mit Ensembles wie dem Bayerischen Staatsorchester, dem Klangforum Wien und dem Jazz Orchestra of the Concertgebouw. Seine Ausbildung absolvierte er in München, Wien, Amsterdam und Basel, unter anderem bei Johannes Herrlich, Uwe Füssel, Mikael Rudolfsson, Reto Bieri, Mike Svoboda und Marcus Weiss. Er ist Preisträger internationaler Wettbewerbe und wurde mit Stipendien der Orlandus Lassus Stiftung, der Heintzler Stiftung, Live Music Now und der Safran Music Foundation ausgezeichnet. Er unterrichtet Posaune und Kammermusik an der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl und ist regelmäßig Gast bei Kursen, Festivals und an Hochschulen. Als Botschafter von Buffet Crampon spielt Jakob Grimm auf einer Bassposaune von Antoine Courtois.

Jakub Gucik, geboren 1989, ist Absolvent der Musikakademie in Krakau (2013). Er widmet sich der zeitgenössischen und improvisierten Musik und erforscht neue klangliche Möglichkeiten auf dem Cello. Er ist Mitglied folgender Ensembles: Spółdzielnia Muzyczna Contemporary Ensemble, Attack of the Mugatu und IPT Wójciński/Bańdur/Gucik. Zudem komponiert er Theater-, elektroakustische und elektronische Musik. Gemeinsam mit Spółdzielnia Muzyczna wurde er 2021 mit dem Ernst von Siemens Ensemble-Förderpreis ausgezeichnet. Er ist viermaliger (2016–2019) Preisträger des FAMA-Festivals in Świnoujście, wo er 2018 mit dem Andrzej-Jakóbec-Preis und 2019 mit dem »Dreizack des Neptun« ausgezeichnet wurde. Beim Kompositionswettbewerb zum Gedenken an Józef Patkowski gewann er 2017 den ersten Preis.
Für 2025 erhielt er das Kreativstipendium des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen für die Komposition von Etüden für erweiterte Cellospieltechniken. 2020 erhielt er das Kreativstipendium der Stadt Krakau für die Komposition der Cello-Miniaturen »Vastitas Borealis« (»Nördliches Ödland«). 2010 erhielt er ein Stipendium zur Teilnahme an Meisterkursen im Rahmen des Oberstdorfer Musiksommers.
Er trat u. a. bei den folgenden Festivals auf: Afekt Festival (Tallinn), Darmstädter Ferienkursen (Ensemble in Residence 2023), MaerzMusik (Berlin), Int. Young Ensemble Academy, Int. Jazz Platform, Warschauer Herbst, Sacrum Profanum, Musica Polonica Nova, Neo Arte, Ensemble-Akademie Freiburg, Dni Muzyki Nowej, Oberstdorfer Musiksommer, Audio Art und Krakow Jazz Autumn.
Er brachte polnische Erstaufführungen und Uraufführungen von Werken von Komponist:innen wie J. Kreidler, A. Mincek, F. Donatoni, S. Nemtsov, R. Eizirik, A. Schubert, M. Shlomowitz, B. Muntendorf, J. Walshe, M. Beil, S. Sciarrino, A. Baker, A. Nowak, P. Peszat, A. Kwieciński und A. Zagajewski zur Aufführung.
Er leitete Workshops und Vorlesungen an Institutionen wie der Eesti Muusika- ja Teatriakadeemia in Tallinn, der Kungliga Musikhögskolan in Stockholm, der Kunstakademie der Universität Banja Luka sowie im Rahmen der Synthetis-Kurse in Radziejowice. In Zusammenarbeit mit Cricoteka, dem MOCAK-Museum, dem Spółdzielnia Muzyczna Contemporary Ensemble und dem Krakauer Festivalbüro leitet er Workshops für Musiker:innen, Musikliebhaber:innen und Klangforscher:innen.
Krzysztof Guńka (*1990 in Cieszyn, Polen) ist Saxophonist und Performer. Im Jahr 2014 schloss er sein Masterstudium in der Saxophonklasse von Prof. Dr. habil. Andrzej Rzymkowski an der Krzysztof-Penderecki-Musikakademie Krakau mit Auszeichnung ab. 2015 absolvierte er ein postgraduales Studium in der Klasse von Univ.-Prof. Lars Mlekusch an der Konservatorium Wien Privatuniversität. 2018 promovierte er im Fach Musik an der Krzysztof-Penderecki-Musikakademie in Krakau, wo er seit 2023 als Dozent in der Saxophonklasse tätig ist.
Er nahm an zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben teil. Zu seinen wichtigsten Erfolgen zählen der 2. Preis beim 1. Polnischen Wettbewerb für Blasinstrumente in Wrocław (2007), der 3. Preis beim 6. Polnischen Saxophonfestival in Przeworsk (2006), der 3. Preis beim 8. Polnischen Saxophonfestival in Przeworsk (2008), die Teilnahme am Halbfinale beim 7. Internationalen Gustav-Bumcke-Saxophonwettbewerb in Nürnberg (2010), die Teilnahme am Halbfinale beim 1. Int. Saxophonwettbewerb »Golden Sax of Odessa« (2013), die Finalteilnahme beim hochschulinternen Wettbewerb »Debiut z Orkiestrą« (»Debüt mit Orchester«) an der Musikakademie Krakau (2014) sowie die Teilnahme am Halbfinale beim 8. Int. Michał-Spisak-Musikwettbewerb in Dąbrowa Górnicza (2014).
Krzysztof Guńka besuchte Meisterkurse bei renommierten Saxophonisten wie Arno Bornkamp, Nobuya Sugawa, Lars Mlekusch, Günter Priesner, Massimo Mazzoni und Claus Olesen. Darüber hinaus ist er in zahlreichen künstlerischen Projekten aktiv. Er tritt als Solist, Kammermusiker, Orchestermusiker sowie als Solist mit Orchester sowohl in Polen als auch international auf, unter anderem in Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn und Slowenien.
Er ist Gründungsmitglied des Spółdzielnia Muzyczna Contemporary Ensemble, mit dem er den renommierten Ensemble Prize der Ernst von Siemens Musikstiftung sowie Nominierungen für den Koryfeusz Muzyki Polskiej und den Fryderyk 2022 in der Kategorie »Album des Jahres – Zeitgenössische Musik« erhielt. Neben seiner Konzerttätigkeit engagiert sich das Ensemble intensiv in der Musikvermittlung. Im Rahmen der Reihen »Otwórz Uszy! Otwórz Oczy!« (»Öffne deine Ohren! Öffne deine Augen!«) vermittelt es Wissen und Begeisterung für zeitgenössische Musik an Menschen, die nur selten mit Neuer Musik in Berührung kommen. Die Projekte entstehen u. a. in Zusammenarbeit mit dem Museum für Gegenwartskunst MOCAK in Krakau und umfassen Workshops, Vorträge, Gesprächsformate sowie Klangspaziergänge. Für Komponist:innen und alle Interessierten organisiert das Ensemble außerdem die Veranstaltungsreihe Open Space, die in Kooperation mit dem Polnischen Musikverlag (PWM) stattfindet. Im Konzertformat »Interakcje« (»Interaktionen«) wird die Aufführung zeitgenössischer Werke mit einem direkten Austausch zwischen Musiker:innen und Publikum verbunden. Im Anschluss an Gespräche mit eingeladenen Gästen haben die Zuhörer:innen Gelegenheit, Fragen zu den aufgeführten Werken zu stellen und mit den Künstler:innen persönlich über ihre Eindrücke sowie über zeitgenössische Kunst und deren interdisziplinären Charakter ins Gespräch zu kommen.
Seit 2025 ist Krzysztof Guńka Direktor der Oskar-Kolberg-Musikschule (Primarstufe) in Raciechowice. Dort unterrichtet er bereits seit 2015 Saxophon und fördert die Begeisterung für Musik und das Saxophonspiel. Sein pädagogisches Anliegen ist es, nicht nur zukünftige Instrumentalist:innen auszubilden, sondern vor allem sensible und reflektierte Kunstliebhaber:innen heranzubilden.

Joachim Heintz (*1961) studierte zunächst Literatur- und Kunstgeschichte, dann Komposition in Bremen bei Younghi Pagh-Paan und Günter Steinke. Als Komponist arbeitet er sowohl für Instrumente als auch für Elektronik, für Konzerte, Performances und Installationen. Mit dem von ihm programmierten elektronischen Instrument ALMA hat er mit zahlreichen Partner:innen improvisiert. Außerdem ist er Mitglied im Theater der Versammlung Bremen und schreibt Texte.
Auf dem Gebiet der Software ist er als Mitentwickler in den Open-Source-Projekten Csound und CsoundQt aktiv. Er leitet das elektronische Studio FMSBW im Institut für neue Musik der HMTM Hannover und das Electronic Department der Yarava Music Group Teheran. Im Rahmen des Vereins multiphon veranstaltet er interkulturelle Projekte mit neuer Musik.

Eloain Lovis Hübner (dey/deren, sie/ihr) ist Komponist:in mit besonderem Interesse an Verflechtungen zwischen Musizierpraxis und sozialen, natürlichen, technischen, urbanen, häuslichen und medialen Umwelten. Viele ihrer Arbeiten spielen sich im Bereich der künstlerischen Forschung ab oder beziehen Einflüsse aus Soziologie und Queer Studies ein.
Eloain studierte Komposition (Köln, Dresden, Oslo) und Angewandte Theaterwissenschaft (Gießen). Die Zusammenarbeit mit Maria Huber & Jade Boeckh (als the paranormal φeer group) sowie weiteren Künstler:innen (fast) aller Disziplinen führte zu inter-/transdisziplinären Produktionen bei den Biennalen München und Venedig, am Theater Aachen, der Deutschen Oper Berlin, HELLERAU, Volksbühne Berlin, MS Stubnitz Hamburg, Schwankhalle Bremen, Kunsthalle Bielefeld, Gare du Nord Basel, Performing Arts Festival Berlin, BAM! Berlin, Next Level Essen, SPARK Köln, Stimme X Hamburg u. a. Darunter befinden sich immersive Klang-/Raum-Konzepte, eine Online-Installation, Durationals, Musiktheater für Kinder, eine Theorieoper als TV-Gameshow sowie Projekte mit Lai:innen und Publikumspartizipation.
Eloain arbeitet regelmäßig mit Ensembles und Solist:innen aus vielen Ländern Europas zusammen. Eine enge Verbindung besteht zur Vokalmusik und zu AuditivVokal Dresden, wo dey 2023 Composer in Residence war. Mit der Solo-Albumproduktion n.o.t.i.o.n.s (2023) und dem Live-Soloprogramm Back on Stage (2024) entstand eine eigene Composer-Performer-Praxis auf Instrumenten, die Eloain (im klassischen Sinne) „nicht spielen kann“.
Lehraufträge führten Eloain an Musikhochschulen, Theaterakademien und TransArts-Programme im deutschsprachigen Raum. Dey kuratierte das niedersächsische Musik 21 Festival 2021-24 und ist vielfältig kulturpolitisch engagiert. Auszeichnungen umfassen u.a. den Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart und den Deutschen Musikautor:innenpreis sowie Residenzen in Deutschland, Frankreich, den USA und Kanada.

Marijana Janevska, geboren 1990 in Skopje, Mazedonien, ist Komponistin, Violinistin und Sängerin. Sie schloss ihr Violinstudium in der Klasse von Mihailo Kufojanakis und ihr Kompositionsstudium in der Klasse von Darija Andovska an der Musikfakultät in Skopje ab. Seit 2018 lebt sie in Hannover, wo sie 2020 ihr Masterstudium in Komposition bei Ming Tsao, Joachim Heintz und Gordon Williamson an der Hochschule für Musik Theater und Medien Hannover abschloss. 2024 schloss sie ihr Solostudium an der HMTMH bei Aaron Cassidy, Joachim Heintz und Gordon Williamson ab. In ihren Werken erforscht sie die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten von Text und Stimme zur Produktion des musikalischen Materials und die Einbeziehung körperlicher Bewegung in die musikalische Geste. Ihre Stücke wurden auf zahlreichen Konzerten und Festivals aufgeführt, darunter: Musik 21 Festival, ZKM Next Generation, Klangbrücken Festival, TRAIECT Festival, Schallfront Reverie(s) Festival, Hell Wach Festival, Musik BIENNALE, Tage für neue Musik in Zürich, TIEM Festival in Teheran, SO-NEMUS Festival, KotorART, Internationale CSOUND-Konferenz. Sie hat mit zahlreichen Ensembles zusammengearbeitet: Quartet Mivos, PRE-ART, Ensemble Ascolta, Ensemble Adapter, Ensemble Mosaik, Comet Trio, Concerto Ispirato und so weiter. Sie hat namhafte Preise und Stipendien gewonnen, darunter: Oldenburger Kompositionspreis für Neue Musik 2024, Erster Preis beim 9. Pre-Art Wettbewerb für junge Komponisten in Zürich, Klaus Huber Kompositionspreis für elektronische Musik in Hannover, Stipendien für Komponisten des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, Nothilfe/ Neustart-Stipendium der Ernst von Siemens Musikstiftung, DMR-Stipendien des Deutschen Musikrats. Marijana ist auch eine Interpretin zeitgenössischer Musik und experimentiert insbesondere mit Stimme, Violine und Elektronik.
Mauricio Kagel wurde 1931 in Buenos Aires in eine jüdischen Familie deutsch-russischer Abstammung geboren. Er studierte autodidaktisch Gesang, Dirigieren, Klavier, Violoncello und Orgel. Seine Lehrer waren u. a. Ginastera und Paz. Sein Vater gab ihm die ersten Klavierstunden, doch sein erster Lehrer war Vincenzo Scaramuzza, Pianist aus Crotone. An der Universität von Buenos Aires studierte er zusätzlich Philosophie und Literatur mit Jorge Luis Borges als Professor. Mit 16 Jahren wurde er künstlerischer Berater der Agrupacion Nueva Musica in Buenos Aires. Die ersten Kompositionen entstanden im Jahr 1950. Ein paar Jahre später gründete er das Orchester des Teatro Colon in Buenos Aires. 1957 kommt er Dank eines Stipendiums nach Köln. Dort arbeitete er im Studio für elektronische Musik und studierte Phonetik und Kommunikationswissenschaften bei Meyer-Eppler in Bonn. Daraufhin beschäftigte er sich als Dirigent, gründete 1960 das Kölner Ensemble für Neue Musik, war mehrere Jahre Dozent an den Internationalen Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Ab 1964 machte er sich hauptsächlich am Theater tätig. Er schrieb Filme und arbeitete als Regisseur an einigen seiner Stücke, die dann vom Fernsehen produziert wurden. U. a. war er Leiter der Skandinavischen Kurse für Neue Musik in Göteborg, der Rheinischen Musikhochschule in Köln und der Kölner Kurse für Neue Musik sowie Professor für Neues Musiktheater an der Kölner Musikhochschule.
Fantasie, Humor, Originalität und beeindruckende Vielseitigkeit zeichnen seine Werke aus. Mauricio Kagel war einer der Hauptbegründer des Neuen Musiktheaters und nicht nur Komponist, sondern auch Regisseur und Produzent seiner Filme und Hörspiele. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und war oft bei Festivals Neuer Musik vertreten. Das sagte er 2008, einige Wochen vor seinem Tod, in einem Interview: „... Jeder Komponist glaubt, dass sein letztes Werk das Schönste und das Wichtigste ist, aber in meinem Leben war die Hauptsache die Kontinuität. Die Etappen sind, sagen wir, organisch; im Gegensatz zu Anderen habe ich nie plötzliche „Shocks“ gehabt, die mich zu einem neuen Kurswechsel gezwungen haben. Wenn man von Picasso spricht, zum Beispiel, spricht man von der blauen, roten, kubistischen Periode. So eine Sache gibt es für mich nicht, weil mein ganzer Verlauf kontinuierlich, und ich wiederhole, organisch ist. Sicher gibt es wichtige und weniger wichtige Stücke, aber ich bin nicht derjenige, der ihre Qualität beurteilt. Was ich sagen kann ist, dass ich in meinem ganzen Leben, wenn ich eine Partitur vollendete, ihr alle meine Anstrengung, meine ganze Seele und meine ganze Liebe zur Musik eingeflößt habe. Letztendes konnte ich immer sagen: 'so wollte ich es und so musste es gemacht werden'. Die Zukunft wird es zeigen.....“

Matthias Kaul begann seine musikalische Laufbahn zunächst als Rock- und Jazzschlagzeuger. Sein Schlagzeugstudium und Solistenexamen absolvierte er an der Hamburger Musikhochschule. Es folgten zahlreiche Zusammenarbeiten mit namhaften Komponisten und Interpreten, u.a. Malcolm Goldstein und Mauricio Kagel. Verschiedene Konzert-Tourneen führten Kaul nach Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Japan, Korea, Taiwan, Indien und Kanada. Zudem befasste er sich in Afrika intensiv mit dem Studium traditioneller Musik verschiedener Volksstämme. Als Komponist war Matthias Kaul Autodidakt. Die Uraufführungen von über 300 Werken anderer Komponisten, die zum Großteil in enger Zusammenarbeit mit Kaul entstanden sind, stellten für ihn den denkbar besten Kompositionsunterricht dar. Aufnahmen seiner Einspielungen und Kompositionen sind bei mehreren namhaften Labels zu finden. 2012 wurde seine Arbeit mit dem ECHO Klassik und dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Darüber hinaus war er Gründungsmitglied des Ensembles L’ART POUR L’ART. Matthias Kaul starb am 1. Juli.2020 in Winsen.

Nach Stationen am Theater im OP sowie dem JT Göttingen und einigen Jahren als Gastmusiker ist Hans Kaul 17 Jahre fest am Deutschen Theater Göttingen angestellt. Seit 2011 arbeitet er als freier Musiker, Arrangeur und Komponist. Seine neuen Aufgaben führten ihn an viele Theaterhäuser im deutschsprachigen Raum und zu mehreren Tourneen mit der Produktion »Motown – Die Legende«. Er arbeitet für das Théâtr’action in Bordeaux, das Literaturmagazin KARAVAN in Stockholm und ist Mitglied der Göttinger Theatergruppe boat people projekt. Seit 2014 gastiert Hans Kaul wieder regelmäßig als Musiker am Deutschen Theater Göttingen.
Hannah Kendall, in London geboren, lebt in New York City. Sie hat 2024 ihr PhD in Komposition an der Columbia University bei Georg Friedrich Haas und George E. Lewis abgeschlossen. Davor studierte sie Gesang und Komposition an der University of Exeter und erwarb einen Master-Abschluss am Royal College of Music. Kendall ist Trägerin des Hindemith-Preises 2022 für Komposition sowie des Ivor Novello Awards 2024 für Best Large Ensemble Composition mit shouting forever into the receiver, einem Kompostitionsaufrag des SWR für Ensemble Modern. Hannah Kendall ist bekannt für ihre sorgfältigen Arrangements und ihr immersives Worldbuilding, das über die Grenzen der Komposition hinausgeht: „Suggestive Bilder innerhalb dramatischer Konstrukte bilden die Hauptbestandteile meines Kompositionsstils. Manchmal greife ich auf Aspekte meines afrikanisch-karibisch-europäischen Erbes zurück. Ich versuche Wege zu einem tieferen Verständnis zu finden, wie kulturelle Entdeckungen die Ästhetik meiner Musik beeinflussen können."

Ehsan Khatibi wurde 1979 in Teheran geboren. Er lernte Klavier und Geige sowie die Santur, das trapezförmige Zitherinstrument aus der persischen Musiktradition. Nach einem abgeschlossenen Ingenieurstudium studierte er Komposition an der Universität der Künste in Teheran. Er ist zudem Gründer des Iranain Percussion Ensemble for New Music, das er mehrere Jahre dirigierte. 2006 wurde dem Ensemble der erste Preis der Teheraner Universität verliehen. Nach dem Umzug nach Deutschland setzte er sein Kompositionsstudium bei Manfred Trojahn an der Robert Schumann Hochschule (RSH) in Düsseldorf fort, wo er zudem Musiktheorie bei Frank Zabel studierte.
Seinen Master in Komposition absolvierte er bei Elena Mendoza an der Universität der Künste Berlin (UDK). Er hat mehrere Stipendien erlangt, darunter das Stipendium der Stiftung Bartels Fondation 'Zum kleinen Markgräflerhof', Basel (2024), das Aufenthaltsstipendium des Künstlerhauses Lukas (2023, 2019), das Stipendium des Deutschen Musikrats (2022), das Initial-Stipendium der Akademie der Künste Berlin (2021), das Stipendium des Musikfonds (2020) und das Arbeitsstipendium für Neue Musik Berlin (2018). Beim internationalen Kompositionswettbewerb des Nationaltheaters Mannheim wurde Ehsan Khatibi gemeinsam mit Elnaz Seyedi und Johannes Abel für eine Arbeit, die sich mit dem Roman Der Fremde von Albert Camus auseinandersetzt, mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.
Die Werke von Ehsan Khatibi werden von namhaften Formationen wie etwa ensemble ascolta, KNM Berlin, ensemble mosaik, Ensemble aventure, Ensemble Laboratorium, Ma’alot Bläserquintett und Ensemble United Berlin aufgeführt. Seine Musik wurde auf internationalen Podien präsentiert, so beim Festival Ultraschal Berlin, Musik21 Hannover, beim Festival Mehrlicht!Musik Berlin, Dastgah Festival Hannover, bei den Cairo Contemporary Music Days, beim AFFEKT Festival Tallinn und auf dem ACIMC Festival in Paris. Ehsan Khatibi lebt als freischaffender Komponist in Berlin und lehrt an der RSH in Düsseldorf. Parallel dazu arbeitet er an seiner Promotion bei Beat Furrer an der Kunstuniversität Graz. 2025 – 2028 übernimmt Ehsan Khatibi die künstlerische Leitung des Musik 21 Festivals.

Marina Kifferstein ist eine in New York City lebende Geigerin und kreative Künstlerin. Marina fühlt sich sowohl auf großen internationalen Bühnen als auch in DIY-Räumen gleichermaßen zu Hause und blickt auf eine vielfältige Karriere zurück, die zeitgenössische Kammermusik, Improvisation, Komposition, klassische Musik sowie verschiedene experimentelle Praktiken umfasst – aus den Perspektiven von Performance, Kuration, Pädagogik, Verwaltung und Wissenschaft. Sie ist Gründungsmitglied des TAK-Ensembles und des Streichquartetts The Rhythm Method, Mitglied des Lucerne Festival Contemporary Orchestra sowie regelmäßige Gastmusikerin beim International Contemporary Ensemble und dem Wet Ink Large Ensemble. Als aktive Tournee-Künstlerin führten sie ihre jüngsten Auftritte nach Asien, Europa, Südamerika, Kanada und quer durch die kontinentalen USA. Marina hat Lehrämter an der United Nations International School, bei Point Counterpoint, am Composer’s Institute des Lake George Music Festivals, bei der Composers Conference und am TAK LAB inne und leitet das ganze Jahr über Residenzen an Universitäten und Konservatorien. Ihr bevorstehendes Soloalbum »Strand Line« wird im Oktober 2026 bei Gold Bolus Recordings erscheinen. Marina hat einen BA und einen BM von der Oberlin Conservatory of Music, einen MM in zeitgenössischer Musikaufführung von der Manhattan School of Music sowie einen DMA vom CUNY Graduate Center, wo sich ihre Forschung auf Kammermusik für Streicher in rationaler Intonation konzentrierte.
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Seayoung Kim (*1988 in Songtan, Südkorea) studierte Violine an der Seoul National University sowie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Prof. Ulf Schneider. Sie ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Violinwettbewerbe und konzertierte als Solistin mit renommierten Orchestern in Europa. Seayoung Kim spielte eine Violine von Giovanni Grancino (Mailand, 1675) aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds und wurde mit dem Gerd-Bucerius-Stipendium der Deutschen Stiftung Musikleben ausgezeichnet. Seit 2018 ist Seayoung Kim 2. Konzertmeisterin des Göttinger Symphonieorchesters.

L´ART POUR L´ART gehört zu den eigenwilligsten Formationen und ist eines der bedeutenden Ensembles für zeitgenössische Musik. 1983 von den Musikern Matthias Kaul, Astrid Schmeling und Michael Schröder gegründet, umfasst L´ART POUR L´ART einen festen Kreis von Musikern, die je nach erforderlicher Besetzung in unterschiedlichen Konstellationen oder solistisch arbeiten. In weltweiter Konzerttätigkeit, in der Zusammenarbeit mit Komponisten auf internationaler Ebene, in unzähligen Ur- und Erstaufführungen, in hochgelobten CD-Einspielungen und Rundfunkproduktionen umfasst die Arbeit vielseitige Ansätze. L’ART POUR L’ART wurde u.a. mit Preisen der PwC-Stiftung, des Preis der deutschen Schallplattenkritik 2012 (Bestenliste und Jahrespreis) und dem Echo Klassik 2012 ausgezeichnet. 1998 gründete sich der Verein der Freunde und Förderer des Ensembles L’ART POUR L’ART Niedersachsen e.V., um die Arbeit des Ensembles zu unterstützen: Förderung des Musikschaffens durch Vergabe von Kompositionsaufträgen, Veranstaltung des kulturellen Konzeptes »ZuHören in Winsen«, interdisziplinäre Kultur-Aktivitäten, pädagogisch-künstlerische Projekte mit Kindern und Jugendlichen. Nach dem Tod von Matthias Kaul 2020 obliegt die Künst- lerische Leitung des Ensembles der Flötistin Astrid Schmeling und dem Pianisten Hartmut Leistritz.

Yen Lee ist in Taiwan geboren und aufgewachsen. In den letztenJahren hat sie mit Choreograf*innen und Künstler*innen wie Isabelle Schad, EvaBaumann, Laura Heinecke, Mirjam Gurtner, Carla Jordão, Aranxta Martinez,Zi-Quan Wang, Ming Poon, Veronika Riz, Yue-Xuan Gui und Henrietta Hornzusammengearbeitet. Yen leitet Workshops für Tanzimprovisation und istGasttänzerin bei der Forward Dance Company in Leipzig unter der künstlerischenLeitung von Gustavo Fijalkow. 2023 und 2024 tanzte sie in Hyper Normal (Choreografie:Hege Haagenrud) am Theater der Jungen Welt in Leipzig. Yen betrachtet Bewegungund Improvisation als Plattformen, über die Informationen zwischen persönlichenund kollektiven Erfahrungen ausgetauscht werden können. Sie beobachtet gerne,wie Bewegung in der Praxis durch den menschlichen Körper und seine Mechanismenübertragen wird und sich in Erzählungen verwandelt. In ihrer persönlichenForschung untersucht Yen kreative Ansätze für ihr Interesse an Arbeiten, dieObjekte, Text, Stimme und Fotografie einbeziehen. Ihre choreografischenArbeiten und Experimente wurden auf Festivals und von Veranstaltungsorten wiedem Taipei Fringe Festival, Lucky Trimmer, dem Dis-Tanzen-Festival und demSputnik Kino präsentiert.
Jakob Lerch (*2005) ist ein komponierender und musikmachender in Hannover lebender Mensch. Jakob Lerch studiert Komposition an der HMTMH. Jakob Lerch ist als Saxophonist in der Improvisierten Musik tätig. Jakob Lerch beschäftigt sich zurzeit mit Möglichkeiten einer nicht-subjektiven Musik, die sich aus einem Zusammenspiel von objektbezogenen Betrachtungsperspektiven, algorithmischen Mechanismen, Leerstellen im Raum und physikalischen Interaktionen ergeben könnte.

Macarena Rosmanich le Roy wurde in Santiago, Chile, geboren. Sie begann sie früh ihre Musikausbildung und widmete sich dann ganz der Komposition. Sie schloss ihr Studium an der Universität von Chile mit Auszeichnung ab, wo sie bei den Komponisten Aliosha Solovera und Jorge Pepi Alos studierte. 2014 setzte sie ihr Studium bei dem Komponisten José María Sánchez Verdú an der Robert Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf fort und schloss ihr Masterstudium an der Universität Freiburg bei dem Komponisten Johannes Schöllhorn ab. In ihrer Arbeit können Situationen widersprüchlich, unerwartet, mehrdeutig
sein. Es ist keine Schrift, die den Gesetzen der Logik oder Vernunft gehorcht. Alles, was zu Beginn projiziert wird, sind allgemeine Linien, die in dem Moment, in dem sie in das Schreiben eintritt, permanent verändert werden. Ihre Werke wurden in Lateinamerika, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Luxemburg aufgeführt. Ihr Werk »...wie ein kolossales Gewehr...« für 13 Instrumente wurde vom Ensemble MusikFabrik beim Festival Lange Nacht der Neuen Musik in Düsseldorf aufgeführt. »my voice tarnishes the century« für Quartett wurde in Weimar vom Recherche Ensemble uraufgeführt, ihr Streichtrio mit Klavier »y cae la tarde roaring...« wurde vom Lucilan Ensemble in Luxemburg und »Cenizas« vom Multilaterále Ensemble in Frankreich aufgeführt. Sie hat mehrere Kurse und meisterkurse bei vielen verschiedenen Komponisten besucht, darunter Isabel Mundry, Tristan Murail, Chaya Czernowin, Beat Furrer und andere.
Clare Loveday ist eine südafrikanische Komponistin zeitgenössischer klassischer Musik. Nach ihrem Bachelor-Abschluss in Musik an der Universität von Witwatersrand arbeitete Loveday zunächst für verschiedene Werbeagenturen, darunter die Standard Bank und die South African Broadcasting Corporation. Ende der 1990er-Jahre nahm sie ihr Studium wieder auf und unterrichtete nebenberuflich. Nach ihrem Master-Abschluss in Komposition begann sie, mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten und eigene Musik zu komponieren. Bekannt ist sie vor allem für ihre Saxophonstücke. Anschließend wurde Clare Loveday Dozentin an der Universität von Witwatersrand und promovierte parallel in Komposition. Sie erhielt Aufträge von verschiedenen Organisationen, darunter die South African Music Rights Organization. Obwohl Loveday ihr Talent der Komposition widmet, hat sie ihr musikalisches Spektrum erweitert und arbeitet nun auch an Kooperationen, Forschung und Lehre.

Krešimir Lulić wurde in Zagreb, Kroatien, geboren, wo er seine musikalische Grund- und Mittelstufenausbildung absolvierte. Sein Bachelor- und Masterstudium schloss er an der Royal Danish Academy of Music in Kopenhagen, Dänemark, in der Klasse von Prof. Geir Draugsvoll ab.
Im akademischen Jahr 2020/21 war er im Rahmen des Erasmus-Programms Student an der Sibelius-Akademie in Helsinki, Finnland, in der Klasse von Prof. Veli Kujala.
Er trat bei Konzerten und internationalen Wettbewerben in verschiedenen Ländern auf, darunter Kroatien, Dänemark, Österreich, Italien, Serbien und Spanien. Er gewann den ersten Preis beim Int. Akkordeonwettbewerb in Pula, Kroatien, im Jahr 2009, sowie beim Kroatischen Akkordeonwettbewerb in Daruvar, Kroatien, im Jahr 2016. Für herausragende Leistungen auf dem Akkordeon und die Erstplatzierung beim Kroatischen Wettbewerb für Kammerensembles erhielt er 2015 den Preis »Oskar znanja«. Als Solist gewann er 2022 zudem den renommierten Int. Akkordeonwettbewerb in Arrasate (Spanien). Als Mitglied eines Ensembles wirkte er an mehreren Projekten mit Theatern und Opernhäusern mit, darunter das Zagreb Youth Theatre in Kroatien, die Royal Danish Opera in Dänemark und das Playbox Theatre im Vereinigten Königreich.
Im Juni 2023 brachte er im Rahmen der Konzertreihe Amager Electronics ein neues Stück für Akkordeon und Elektronik von Anders Skibsted zur Uraufführung. Im Dezember 2023 spielte er außerdem während seiner Tournee in Spanien die Uraufführung eines Solostücks für Akkordeon von Álvaro Leoncio.
Ursula Mamlok erhielt bereits in ihrer Berliner Kindheit eine frühe musikalische Ausbildung, bevor sie 1939 als Jüdin vor der Verfolgung durch das NS-Regime nach Ecuador emigrieren musste. Noch im selben Jahr bekam sie ein Stipendium für die Mannes School of Music in New York. In den folgenden Jahren studierte sie Komposition bei Roger Sessions, Stefan Wolpe und später bei dessen Schüler Ralph Shapey. Ausgehend von Schönbergs Zwölfton-Methode entwickelte Mamlok im Laufe der Zeit eigene Strukturen und Muster, nach denen sie ihr musikalisches Material gestaltete. Charakteristisch für ihr Schaffen sind komplexe, häufig gegeneinander gesetzte Rhythmen sowie eine bemerkenswerte Fähigkeit, in unterschiedlichsten Besetzungen vielfältige Klangfarben und atmosphärische Nuancen zu erzeugen. Sie lehrte Komposition an der New York University, der Temple University und über vier Jahrzehnte an der Manhattan School of Music. Ihr OEuvre umfasst rund 75 Werke, darunter Solostücke, zahlreiche Kammermusikkompositionen und Orchesterwerke. Für ihr musikalisches Lebenswerk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Seit 2006 lebte Ursula Mamlok wieder in ihrer Geburtsstadt Berlin.

Das Ensemble Megaphon ist ein Kollektiv internationaler Künstler:innen und wurde im Jahr 2007 von der tschechischen Geigerin Lenka Župková gegründet. Der schöpferische Schwerpunkt des Ensembles liegt sowohl auf den Schnittstellen zwischen zeitgenössischer Musik und Medien, Musiktheater, konzeptueller Improvisation und Live-Elektronik als auch in der Gegenüberstellung von Avantgarde mit Alter Musik.
Die Künstler:innen des Ensembles Megaphon sind Spezialist:innen sowohl für Rauminszenierungen und ortsbezogene Performances als auch für Konzerte an Un-Orten in außergewöhnlichen Räumen. Mit Leidenschaft und Experimentierfreude entwickeln und realisieren sie neue Aufführungsformate in denen sie Video-, Klangkunst, Tanz und Schauspiel verknüpfen.
Mit den komplexen Mitteln und Möglichkeiten des Musiktheaters stellen sie die Kunst in einen neuen Kontext, um Fragen nach ökologischen und politischen Zusammenhängen zu stellen. Die Projekte sind thematisch, politisch und gesellschaftlich orientiert. Umwelt, Ökologie und gesellschaftliche Systeme sind wichtige Themen für das Ensemble und interkulturelle Begegnungen mit Künstler*innen aus Syrien, Armenien, Iran und Türkei ein wichtiges Anliegen.
Das Ensemble Megaphon arbeitet regelmäßig mit Komponist:innen wie z. B.: A. Schlünz, S. Nesic, B. König, H. Tulve, K.Reese, J.Hodkinson, G.Eckert, J.G.Stastny, M.Eggert, T. Prelevic, D. Morreira, Ch.Seither, E. Ebrahimi, V. Globokar u.v.m. und vergibt Auftragskompositionen an jungen Komponisten*innen.Mehr als 60 Werke wurden für das Ensemble bisher geschrieben und uraufgeführt.
Unter der Leitung von Musiktheater-Pädagog:innen realisiert das Ensemble regelmäßig partizipative Vermittlungsprojekte und pädagogisch-künstlerische Aktionen.

David Merz lebt mit seiner Familie in Küttigen. Er ist seit seiner Jugend von Musikelektronik fasziniert. Er experimentiert leidenschaftlich gerne mit Samplern, Synthesizern, Computern und Effektgeräten und bastelt mit Begeisterung an Instrumenten und Maschinen. Im Jahr 2017 fand er seine berufliche Erfüllung als Betreuer von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Unter der Anleitung von David Merz haben die Teilnehmenden der Produktion «L’Invitation» auseinfachen Mitteln ein simples, funktionstüchtiges Loop-Gerät (Instrument) aus Kunststoffflaschen gebaut.
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Holger Michalski absolvierte seine Kontrabass-Ausbildung bei Werner Schröder in Kassel und bei Klaus Trumpf in Berlin. Hinzu kamen Meisterkurse bei Klaus Trumpf und Gary Karr. Sein Faible für Jazz und Fusion bescherte ihm schon in jungen Jahren vielfältige Erfahrungen durch Konzerte und Schallplattenaufnahmen mit nationalen wie internationalen Jazzmusikern. Mit dem Göttinger Symphonieorchester, in dem er von 1983 bis 2024 tätig war, führte Holger Michalski als Solist Kontrabass-Konzerte von Giovanni Bottesini, Serge Koussevitzky und Nino Rota auf. 1991 wurde er Preisträger beim 1. Int. Kontrabass-Wettbewerb der »International Society of Bassists« in Mittenwald/Deutschland. Holger Michalski spielte mit namhaften Orchestern Konzerte in Europa, Südamerika, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Asien. Mit seinem 2005 gegründeten Blue Chamber Quartet nahm er drei international gewürdigte CDs auf. Er war zu Gast bei Kammermusikfestivals in Europa und er konzertierte regelmäßig mit Ensembles wie der Cappella Andrea Barca des Pianisten András Schiff. Mit seiner Ehefrau, der Konzertpianistin Julia Bartha, verbindet ihn eine rege Konzerttätigkeit – 2021 widmete der amerikanische Komponist Allen Shawn dem Künstlerpaar eine zweisätzige Komposition für Kontrabass und Klavier: »Aria Caprice«. Holger spielt einen Kontrabass von Antonio Pedrinelli (1781–1854, Crespano del Grappa)
Das Mobile Ensemble ist eine Gruppe von Berliner Tanz- undPerformanceschaffenden um Isabelle Schad und ihre künstlerischePraxis, welche seit ca. 10 Jahren in regelmäßigen Abständen zu ihren Open Practice Sessions in der Tanzhalle Wiesenburg zusammenkommen und kontinuierlich oder punktuell in ihren Choreografien involviert sind.

Soohyun Moon (*1982) ist eine koreanische Sängerin. Ihre künstlerische Praxis setzt an bei Pansori, überschreitet jedoch die Grenzen der Tradition in Richtung experimenteller Musik und Performance. Ihre Arbeit befragt die Verbindung von Identität, Weiblichkeit, Körperlichkeit und Transzendenz. Sie nähert sich Klang nicht als Form, sondern als Ereignis des Daseins, als Zeugnis für Bruch und Werden. 2023 wurde sie als musician-in-residence für Art Omi (New York, USA) ausgewählt. Ihre Performances entstehen oft durch Zusammenarbeit, Improvisation, und durch die Begegnung mit dem Unerwarteten. Sie ist dem koreanischen Denken tief verbunden, schamanistischen Überresten, Mythen und verkörperter Stimme. Ihre Arbeit widersteht einer Auflösung; stattdessen gibt sie der Resonanz miteinander verbundener Differenzen eine Stimme.

Die kanadische Sopranistin Charlotte Mundy ist dafür bekannt, dass sie bei der Aufführung zeitgenössischer Musik leidenschaftliches Engagement und eine kaleidoskopisch breite Klangpalette einbringt. Sie wurde als „Wagemutige mit unerschütterlichem Rückgrat“ (SF Classical Voice) und als „faszinierend“ (New York Times) bezeichnet. Zu den Höhepunkten ihrer Spielzeit 2026/27 zählen die Weltpremiere von Bára Gísladóttirs »Good Vibes Only« an der Deutschen Oper Berlin, die Weltkonzertpremiere von Suzanne Farrins Oper »Macabéa« im Miller Theatre in New York City sowie fünf szenische Aufführungen von Steve Reichs »Music for 18 Musicians« in der Park Avenue Armory in New York City.
Als Mitglied des TAK-Ensembles und des Vokalensembles Ekmeles wird Mundy in der Schweiz, in Lettland, den Niederlanden, Deutschland und in Montreal auftreten. Zu ihren jüngsten Projekten als Solistin zählen die ortsspezifische Oper »Newtown Odyssey« von Kurt Rohde und Marie Lorenz, Uraufführungen von Konzertwerken von Alyssa Regent und Aida Shirazi, eine Tournee mit Morton Feldmans »Three Voices« sowie die Premiere eines neuen gemeinsamen Multimedia-Projekts mit Christian Quiñones.

Er wurde im Jahr 1977 in Teheran geboren. Beim bedeutenden Santurmeister Faramarz Payevar lernte er das Santurspielen. Von den Filmkomponistinnen Farhad Fakhreddini und Kambiz Roshanravan wurde er in Musiktheorie und Komposition unterrichtet. 2010 erlangte er den Bachelorgrad im Fach Instrumental Musik an der Teheran University of Art. Von 2013 bis 2015 absolvierte Kioomars Musayyebi an der Universität Hildesheim sein Masterstudium im Fach „Musik.Welt – kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“. Musayyebi ist international bei zahlreichen Festivals aufgetreten und hat mit vielen renommierten Orchestern und Ensembles zusammengearbeitet, unter anderem im Theaterkontext sowie mit Gastauftritten im klassischen Konzertbereich, etwa mit dem Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam und dem Orchestre National de Bretagne in Rennes (2025). Bis heute arbeitet er als Dozent für Santur am Center for World Music (CWM) – Stiftung Universität Hildesheim.

Charakteristisch an Mehran Sherkat Naderis Musik ist die klare Verbindung und Darstellung gefärbter Materialien in den Strukturen. Er beschäftigt sich häufig mit philosophischen, politischen und gesellschaftlichen Fragen und setzt sich kritisch mit gesellschaftlichen Tabus auseinander – oft auf eine introvertierte, ironische und satirische Weise.
Er studierte erst Bachelor und Master of Music Instrumentale Komposition bei Jörg Birkenkötter, Elektronische Komposition bei Kilian Schwoon, Analyse Neue Musik bei Andreas Dohmen, Musiktheorie bei Andreas Gürsching und Hubert Moßburger an der HFK Bremen und anschließend Konzertexamen Komposition bei Johannes Schöllhorn in Freiburg.
Sherkat Naderis Musik wird in Deutschland und im Ausland gespielt und wurde von Edition DEGEM, Edition Gravis und vom Jugendsinfonieorchester Bremer-Mitte veröffentlicht.
Zu seinen Auszeichnungen zählen u.a. der DAAD-Preis der Hfk Bremen, der Bremer Komponistenpreis vom Landesmusikrat Bremen, sowie der 1. Preis beim 22. Internationalen Kompositionswettbewerb (Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik). Er war Stipendiat der Dr.-Leo-Ricker-Stiftung, der Adelhausenstiftung und der Deutschen Orchester-Stiftung sowie GEMA.
Nach verschiedenen Tätigkeiten als Gastdozent für Zeitgenössische Musik an Allgemeinen Schulen war er festangestellter Dozent an der JMS Hamburg. Heute lebt Mehran Sherkat Naderi in Berlin und arbeitet als Dozent und Koordinator für Komposition, Musiktheorie an der Musikschule Fanny Hensel, Dozent für das Fach „Komponieren für die Schule“ an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. und als freiberuflicher Komponist.
Skylar Nobis *2004 begann schon in frühen Jahren mit dem Klavierspiel. Im Unterricht bei Darlèn Bakke brachte sie schon früh eigene Kompositionen mit ein, sodass sie sie im Frühjahr 2018 an Matthias Kaul weiterleitete, bei dem Skylar folgend Kompositionsunterricht erhielt und im Alter von 13 Jahren ihr erstes Musiktheater schrieb, das dann im September 2018 vom Ensemble L’art pour L’art aufgeführt wurde.
Nach dem Tod von Kaul im Jahr 2020 übernahm zunächst Astrid Schmeling, später dann Snezana Nesic den Unterricht. In dieser Zeit wuchsen ihre Besetzungen immer weiter, was im Jahr 2024 dazu führte, dass das Schreiben eines weiteren Musiktheaters, welches ebenfalls bald zur Aufführung kommt. Im Jahr 2025 bestand Skylar die Aufnahmeprüfung am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom, wo sie seit November 2025 Komposition studiert.
Jonathan Obst, 14 Jahre alt, besucht das Gymnasium Bismarckschule. Seit 5 Jahren spielt er Schlagzeug, wobei er sich eher in Richtung Metal orientiert, und seit eineinhalb Jahren ist er als Perkussionist und Schlagzeuger in einem Blasorchester tätig. Mit der Ensemblegründung eröffnet sich ihm nun auch die Möglichkeit zur Komposition.

Oxana Omelchuk, geboren 1975 in Weißrussland, ist Komponistin und Musikerin mit Wohnsitz in Köln. Sie absolvierte ihr Masterstudium in Komposition bei Prof. Johannes Fritsch sowie ein Studium der elektronischen Komposition bei Prof. Michael Beil an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Ihre Werke umfassen ein breites Spektrum zeitgenössischer Musik – von Solo- über Vokal- bis zu Orchester- und Ensemblestücken – und wurden bei zahlreichen Festivals uraufgeführt sowie im Rundfunk gesendet. Sie erhielt Kompositionsaufträge u. A. vom Deutschen Musikrat, WDR, SWR, ORF, der Kunststiftung NRW und der Ernst von Siemens Musikstiftung. Ensembles wie Studio Dan (Wien), Ensemble Musikfabrik, Ensemble Garage, hand werk, MAM: Manufaktur für aktuelle Musik (Köln), ensemble mosaik, LUX:NM (Berlin), Hyper Duo, Duo Klexs (Biel), Schlagquartett Köln, SWR Vokalensemble, Neue Vocalsolisten Stuttgart, Klangforum Wien, Ictus Ensemble (Brüssel), RSO Wien und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin haben ihre Werke ebenso interpretiert wie zahlreiche Solist*innen (u. a. Matthias Muche, Daniel Riegler, Dirk Rothbrust, Eva Zöllner, Vincent von Schlippenbach, Noèmi Boutin, Dorrit Bauerecker, Rafal Luc).
Omelchuks Stil ist geprägt von Ironie und konzeptueller Offenheit. Ihre Kompositionen entstehen oft aus der Transformation bereits vorhandener Materialien, das sie collageartig zu neuen Bedeutungszusammenhängen formt. Dabei changiert sie zwischen Struktur und Assoziation, Ernst und Witz, Klangmagie und theatralischen Momenten. Ihre Musik ist weniger auf radikale Neuerfindung ausgerichtet als auf das Neu-Hören des Wiedergefundenen im Heute.
Seit einigen Jahren nimmt die Arbeit mit analogen und modularen Synthesizern in ihrem Schaffen eine zentrale Rolle ein. Ihre kompositorische Praxis ist dabei zunehmend geprägt von improvisatorischen und experimentellen Prozessen – das Komponieren als Versuchsanordnung im Klanglabor.
Als ausübende Musikerin tritt sie regelmäßig in verschiedenen Formationen auf: u. A. im Duo mit Constantin Herzog (analoger Synthesizer und Kontrabass), mit Florian Zwißler (elektrische Orgeln und analoger Synthesizer), im Quartett MONOPASS und im Simon Rummel Ensemble. Ihre Tätigkeit als Musikerin fließt unmittelbar in ihre kompositorische Arbeit ein.
Seit 2020 ist Oxana Omelchuk Mitglied des Kollektivs Polar Publik, einer interdisziplinären Plattform von Künstler*innen aus Tanz, Theater, Neuer Musik und Bildender Kunst, die sich an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen und Machtverhältnissen auseinandersetzt.
Sie ist Trägerin zahlreicher Stipendien und Preise, darunter das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln, ein Aufenthalt im Künstlerdorf Schöppingen sowie ein Villa-Aurora-Stipendium in Los Angeles. 2019 wurde sie für den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie „Ensemble mit Elektronik“ nominiert. Im selben Jahr erschien ihre Porträt-CD in der „Edition Zeitgenössische Musik“ des Deutschen Musikrates.
Seit Oktober 2025 ist Oxana Omelchuk Gastprofessorin für Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Jung-Eun Park (*1986) begann ihre Laufbahn als Komponistin nach ihrer Rückkehr 2017 mit der Uraufführung eines großen Ensemblewerks beim Tongyeong International Music Festival Asia Showcase. Sie studierte Komposition an der Chugye University for the Arts und der Hanyang University, später dann in Deutschland mit dem Master in Hannover und Konzertexamen in Düsseldorf. Während ihrer Jahre in Deutschland präsentierte sie ihre Werke bei wichtigen Festivals für zeitgenössische Musik, in Meisterkursen und Seminaren, und arbeitete mit führenden Ensembles zusammen. Seit ihrer Rückkehr nach Korea hat sie fortwährend neue Werke in Europa, den USA und Asien aufgeführt. Ihre Musik befragt die Rolle der Kunst und erforscht ihre Verbindung zum menschlichen Leben, indem sie neue Klänge, Formen und Technologien einsetzt, um eine besondere Musiksprache zu entwickeln. In jüngster Zeit hat sie ihren künstlerischen Ausdruck durch interdisziplinäre Zusammenarbeit erweitert, die Bewegung, Video, Text und Performance einschließt und dadurch dem Publikum eine multidimensionale Erfahrung ermöglicht. Ihre Werke haben internationale Würdigung erhalten, unter anderem Preise vom Impuls Kompositionswettbewerb (Klangforum Wien), den Wettbewerben in Siegburg und Stuttgart, dem Leibniz Special Prize and dem Preis Asia Composers Showcase des Goethe-Instituts. Sie lehrt derzeit Komposition an verschiedenen Universitäten und setzt so ihren dualen Weg als Komponistin und Lehrerin fort.

Alina Rolli ist eine Schweizer Songwriterin und Musikerin aus Baden (CH). Ihre Fähigkeit zum Storytelling ist ein zentrales Element ihrer Musik, die eine fesselnde Mischung aus Pop, Rock und Indie darstellt. 2022 erschien ihre Debüt-EP «User Not Found». Nach mehreren Single-Releases erscheint am 12. Dezember 2025 ihr Debüt-Album «Zuckerallergie», auf dem sich alles von Punk-Pop bis zu Piano-Balladen finden lässt. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle – getragen von vielfältigen Musikstilen.

Hendrik Rungelrath studierte zunächst Theologie an den Universitäten Bonn und Salzburg. Anschließend studierte er Komposition bei Christian Ofenbauer und Tristan Murail am Mozarteum Salzburg sowie bei Elena Mendoza an der Universität der Künste Berlin.
Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und Preisträger bei Wettbewerben wie dem VarelerKompositionspreis 2015, dem Kompositionswettbewerb »New Music Generation« Kasachstan 2020 oder dem Kompositionswettbewerb »Over the rainbow« Wien 2021. Im Jahr 2020 promovierte er mit einer Dissertation über den italienischen Philosophen Giorgio Agamben und arbeitete von 2021 bis 2025 an einem Forschungsprojekt zu Traumthematiken in zeitgenössischer Musik an der Universität des Saarlandes Saarbrücken, wo er zudem seit Oktober 2025 lehrt.
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Anton Säckl wurde 1969 in Altötting/Bayern geboren. Bereits im Alter von 14 Jahren wird er am Mozarteum Salzburg als Jungstudent für Konzertfach Klarinette, Nebenfach Klavier, aufgenommen. Am Mozarteum absolviert er 1992 sein Konzertexamen mit Auszeichnung und vier Jahre später schließt er noch ein Instrumentalpädagogikdiplom an der MHS Detmold/Dortmund ab. Direkt danach bringt ihn ein Dreijahresvertrag beim Göttinger Symphonie Orchester in die Leinestadt, in der er seit 1996 lebt. Im Jahr 2000 wird er für »Pariser Leben« zum ersten Mal am Deutschen Theater Göttingen engagiert, an dem er seitdem als Reed-Bläser (Klarinetten/Saxophone/Flöten) in zahlreichen Produktionen mitwirkte, zuletzt in »America first«, »Frankie Boy«, »Lazarus«, »Woyzeck« und »Rocky Horror Show«. Weitere Engagements führen ihn an die Staatsoper in Braunschweig, das Theater für Niedersachsen/Hildesheim, Musica Viva/ Glocke Bremen und zu zahlreichen Solo- und Kammermusikauftritten. In den letzten Jahren ist er immer wieder als Theaterfotograf auch für das Deutsche Theater Göttingen tätig. Seine musikalische Leidenschaft gibt er an verschiedenen Göttinger Gymnasien als Instrumentallehrer weiter.

Sarvenaz Safari – Komponistin, Musiktheoretikerin und Musikwissenschaftlerin – studierte zeitgleich mit der musikalischen Ausbildung in ihrer Heimatstadt an der Teheraner Universität Deutsche Literatur. Ihr zweites Bachelorstudium im Fach „Komposition und Musiktheorie“ schloss sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz ab, wo sie vor allem Unterricht bei Georg Friedrich Haas, Clemens Gadenstätter und Alexander Stankovski besuchte. Von 2009 bis 2012 studierte sie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Manfred Stahnke, mit dem sie gemeinsam 2015 das Buch 1001 Mikrotöne herausgab. Im Forschungskontext der zeitgenössischen Musik wurde sie 2018 mit einer Arbeit über das Verhältnis von Mensch und Maschine sowie ihrer „Zweisamkeit“ im 21. Jahrhundert im Kontext des Musiktheaters „Das Theater der Wiederholungen“ von Bernhard Lang zum Dr. phil. promoviert. Ihr kompositorisches OEuvre umfasst Solowerke, Kammermusik, Orchesterwerke und Musiktheater. Ihr künstlerischer Kerngedanke, dass die Musik in ihrer Größe, Vielfalt und Diversität u.a. die Gegenwartszeit reflektieren soll, lässt sich in ihren Werken auf das Persönlichste durch die Arbeit mit diversen Ornamentierungen, Klangfarben, Stimmungen, und nicht zuletzt Besetzungen wiederfinden. Als Komponistin unterrichtet sie sowohl als Erasmus-Dozentin im europäischen Ausland als auch seit 2012 in verschiedenen Projekten von „Klangradar“ sowie „netzwerk junge ohren“. Sarvenaz Safari arbeitet seit 2013 als Dozentin für Musiktheorie und Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ sowie seit WS 2023/24 an der Universität der Künste Berlin. Sie lebt in Berlin.
Kioomars Musayyebi (Santur), Arsalan Abedian (Santur, Elektronik)
Das Duo Santronic wurde 2015 anlässlich des Festivals Ankunft: Neue Musik im Berliner Hauptbahnhof gegründet. Es folgten weitere Auftritte, u. a. bei der Ausstellungseröffnung Digital Archives (Kunstverein Hannover), im Rahmen des Dastgah-Festivals (2016) zur Eröffnungsveranstaltung im Kommunalen Kino Hannover sowie im Kunstraum Tosterglope e.V. Weitere Konzerte gab das Duo im Projekt Basis Zwei (Faust, Warenannahme) sowie im Rahmen der Plattform für Transkulturelle Neue Musik 2016 (Folkwang Universität der Künste, Essen / 25.11., Musikforum Ruhr, Bochum). 2016 wirkte das Duo Santronic in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Mixtura am Projekt Omaggio a Francesco – West-Eastern Reflections on Landini mit, das 2018 als Audio-CD beim Label Dreyer Gaido in Koproduktion mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) erschien.

Die Tänzerin und Choreografin Isabelle Schad studierte zunächst Ballett an der John Cranko Schule in Stuttgart. Nach sechs Jahren in klassischen Ensembles wechselte sie in zeitgenössische Kompanien, u. a. nach Brüssel zu Wim Vandekeybus. Ab 1999 initiierte sie eigene Projekte.
Im Zentrum ihrer Arbeit stehen der Körper in seiner Materialität, Prozesshaftigkeit und Erfahrbarkeit, aber auch das Verhältnis zwischen Körper, Choreografie und (Re-)Präsentation sowie die Themen Gemeinschaftsbildung und politisches Engagement. Auf der Suche nach neuen Recherche-Methoden und Möglichkeiten der Zusammenarbeit war sie Teil mehrerer Kollaborationen. So gründete sie 2003 mit Bruno Pocheron und Ben Anderson das internationale Künstler*innennetzwerk Good Work. Darüber hinaus verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Bildenden Künstler Laurent Goldring, mit dem sie Unturtled #1 – #4 (2008), Der Bau (2012/13), Personne (2021) und Collective Jumps (2014) realisierte, das inzwischen zusammen mit Pieces and Elements (2016) und Reflection (2019) eine Trilogie bildet. Mit dem HAU Hebbel am Ufer in Berlin als Aufführungsort ist sie eng verbunden. Ihre Werke gastieren auf internationalen Festivals, u.a. bei ImPulsTanz Wien, Tanz im August (Berlin), Montpellier Danse, International Arts Festival (Bejing); 2016 erhielt sie eine Einladung zur Biennale nach Venedig.
Ihre Werke werden häufig für die Tanzplattform Deutschland ausgewählt und sie arbeitet vielfach und weltweit mit Goethe-Instituten zusammen. Sie ist Shiatsu und Reiki Praktikerin, praktiziert Aikido, unterrichtet regelmäßig an der TEAK Helsinki, der DOCH (Stockholm), der HfMDK (Frankfurt), dem HZT Berlin und innerhalb des von ihr erfundenen Formats Open Practice Sessions.
Im Rahmen des Deutschen Tanzpreises 2019 erhielt Isabelle Schad eine Ehrung für herausragende künstlerische Entwicklungen im zeitgenössischen Tanz.
Ihr Werk Harvest (2021), eine Zusammenarbeit mit dem Theater o.N. und der Offensive Tanz für junges Publikum, wurde für den Ikarus Preis 2022 nominiert, ihr jüngstes generationsübergreifendes Stück Yuki Onna für den Ikarus-Preis 2024.
Sie ist Co-Leiterin/-Gründerin des Arbeits- und Produktionsortes Tanzhalle Wiesenburg in Berlin, der sich den Verschränkungen von Leben und Arbeiten, von Trainieren, Praktizieren, Forschen in allen Disziplinen der darstellenden Kunst widmet.

Astride Schlaefli arbeitet als freischaffende Komponistin, Regisseurin und Musikerin und in den Bereichen Musiktheater und Performance. Sie absolvierte einen Sekundarlehramt für Kunst und Musik an der Universität Bern und ein Klavier- und Musiktheater- Studium an der Hochschule der Künste, Bern. Sie ist Gründerin des Collectif barbare (2006) und inszeniert unter diesem Label Musiktheater, Performances und Installationen. Diese finden in Innen-, sowie im Aussenraum statt. Ihre Projekte werden in der Schweiz z.B. am Theater Winkelwiese Zürich, am Gare du Nord Basel, am Théâtre des Osses Fribourg gespielt, und in Ausland in Berlin, (BAM! Berliner Festival für aktuelles Musiktheater), New York (Performance Space Panoply) und Budapest (Transparent Sound New Music Festival). Ihre Arbeit ist von Musik, Klang und Poesie geprägt und schafft Raum für Humor und verschrobene Bilder oder Situationen. Ihre Vorliebe für experimentelle und radikale Konzepte zeigt sich beispielsweise in folgenden Produktionen: «Crescendo» (Komposition für 47 Klaviere, 2005), «Pianiste» (Solo für Pianistin ohne Klavier, 2012), «konzerten» (mit 55 Rekruten der Armeespiels Aarau, 2018) oder auch «Winterreise» (in der unbeheizten Alte Reithalle in Aarau, Februar 2019). Astride Schlaefli arbeitet gerne ortspezifisch, wie in «Nachtreise» (im Garten und Keller des Theaters Winkelwiese in Zürich, 2016), «Sitcom» (6-teilige Performance im Format einer Reality-TV Serie im öffentlichen Raum, 2012) oder «Happy forever» (Installation im Keller des „Palazzo Wyler“), zusammengestellt aus authentischen, liegengelassenen Gegenständen ehemaliger Bewohner des Mehrfamilienhauses. Ihre Produktionen sind auch stark installativ und verzichten zum Teil auf live Darsteller:innen, wie mit «REVOX – A Tale of Phantoms» oder «Der Krieg mit den Molchen» (Koproduktion mit Krähenbühl& Co). Die Narration wird dann vom Ton, Objekten und Licht getragen.

Geboren in Basel, lebt Armelle in Biel und arbeitet als Musikerin und Komponistin. Nach ihrem klassischen Klavier-Studium an der Hochschule der Künste Bern erweiterte sie ihr Tätigkeitsfeld um experimentelles elektronisches Schaffen (Bachelor of Music and Media Arts in Bern) und dann um improvisierte Musik (Master of Improvisation in Basel). Sie studierte u.a. bei Rada Petkova, Daniel Weissberg, Alfred Zimmerlin und Fred Frith. Als kreative und vielseitige Multiinstrumentalistin ist sie in den verschiedensten Bereichen tätig, von klassischem und Jazz-Klavier, über live-elektronische Aufführungen und Installationen, über Kompositionen für Tanz- und Theateraufführungen bis hin zur improvisierten Musikszene.
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Bernd Schumann wurde 1979 in Chemnitz geboren und wuchs in Dresden auf. Von 1997 bis 2000 war er Mitglied der Komponistenklasse Halle-Dresden und erhielt Unterricht bei Uwe Krause und Silke Fraikin. Er absolvierte dann zunächst die Tonmeisterausbildung an der Hochschule für Musik in Detmold, studierte anschließend in Detmold, Bremen, Hamburg und Leipzig Komposition und Elektroakustische Musik, u.a. bei Prof. Martin Christoph Redel, Joachim Heintz und Prof. Ipke Starke, was er 2007 mit Diplom und 2012 mit Konzertexamen abschloss. Nach Stationen beim Es-Dur-Tonstudio in Hamburg und am Anhaltischen Theater in Dessau arbeitet er seit 2011 als Ton- und Videotechniker am Deutschen Theater Göttingen. Als Komponist ist er vor allem im Bereich der Instrumental-, live-elektronischen und akusmatischen Musik tätig, schreibt gelegentlich aber auch Musik zu Hörspielen, Theaterstücken und Experimentalfilmen. Seine Werke wurden bislang in mehreren europäischen Ländern, den USA, Mexiko und Russland aufgeführt. Er gewann mehrere internationale Preise, u.a. im Wettbewerb der Tschechischen Gesellschaft für Elektronische Musik, im InNova Musica Wettbewerb in Andorra und zuletzt in 2020 den Wettbewerb der Franz-Josef-Reinl-Stiftung in Österreich, zudem war er Kompositions-Stipendiat des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. 2017 gründete er die »Göttinger Abende Zeitgenössischer Musik«, eine Konzertreihe für Neue Musik, die er bis heute leitet.

Kilian Schwoon wurde 1972 in Hannover geboren. Er studierte Komposition bei Nicolaus A. Huber und elektronische Komposition bei Dirk Reith an der Folkwang Hochschule in Essen und setzte anschließend seine Studien am Centro Tempo Reale in Florenz bei Luciano Berio fort. Seine Kompositionen wurden auf verschiedenen Festivals aufgeführt (ISCM Weltmusiktage, Witten, Nuova Consonanza etc.), interpretiert von Musikern wie Ensemble Modern, Ictus, L’ART POUR L’ART, E-MEX und Schlagquartett Köln. Seit 2007 ist er als Professor für elektroakustische Komposition an der Hochschule für Künste Bremen tätig. Sein Interesse an der Verbindung vokaler, instrumentaler und elektronischer Mittel führte ihn auch zu einer intensiven Tätigkeit als Interpret und Forscher auf dem Gebiet der Live-Elektronik, wobei Realisationen der Werke Berios an weltweit bedeutenden Konzerthäusern einen Schwerpunkt bildeten. Außerdem entwickelt er Klanginstallationen und war an zahlreichen audiovisuellen Projekten beteiligt, vor allem in Zusammenarbeit mit der Choreographin und Regisseurin Claudia Lichtblau.
Charlotte Seither ist als Komponistin bei internationalen Festivals zu Gast, wie Wien Modern, Gaudeamus Amsterdam, ISCM World Music Days Tongyeong, BBC Proms oder Biennale Venedig. Als erste Deutsche wurde sie mit dem 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb Prager Frühling (1995) ausgezeichnet. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung (2002), und war Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Sie ist Mitglied im GEMA-Aufsichtsrat, im Vorstand des Deutschen Komponistenverbands (DKV) und im Präsidium des Deutschen Musikrats (DMR). Daneben wirkt sie als Jurorin und Kuratorin in internationalen Gremien. 2009 erhielt sie das Stipendium für die Deutsche Akademie Villa Massimo in Rom. Weitere Stipendien führten sie in die Cité des Arts Paris, ins Deutsche Studienzentrum Venedig, in die Akademie Schloss Solitude Stuttgart, ins ArtLab Johannesburg und in die Villa Aurora Los Angeles. Für ihr Musikschaffen erhielt sie 2010 den Praetorius Musikpreis des Landes Niedersachsen. Sie ist Preisträgerin des Deutschen Musikautorenpreises der GEMA (2014). Von Kulturstaatsministerin Grütters wurde sie 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Charlotte Seither ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg (EASA).
Niloufar Shahbazi (*1995) wurde in Teheran, Iran, geboren und lebt derzeit in London. Sie absolvierte Komposition an der Universität Teheran und studierte unter anderem mit Sara Abazari, Arman Norouzi, Hans Koolmees und René Uijlenhoet . Ihre Werke wurden unter anderem von Khashayar “Kaya” Amri, dem Erasmus Flute Quartet, The Rogue Duo und dem St. Stanislas College in Auftrag gegeben. Sie erhielt das Van Beek and Holland Scholarships, dazu internationale Auszeichnungen wie die Petrichor International Music Competition (2022). Als gefragte Kamānche Virtuosin hat sie klassische iranische und neue Musik für Kamānche im Iran und in Europa aufgeführt, dabei verschiedene Uraufführungen. Seit 2020 ist sie aktives Mitglied der Yarava Music Group Teheran und maßgeblich an der Veranstaltung von Konzerten, Festivals und Gesprächsveranstaltungen beteiligt.
Eli Simić-Prošić ist ein serbisch-australischer Komponist, Pianist, Autor und Kurator, der in Berlin lebt und arbeitet. Ihm ist es wichtig, Komposition als eine Form assoziativen Musizierens zu verstehen, die zahlreiche Aspekte der Live-Performance – klangliche, physische, theatralische und programmatische – in hybride, gemeinsame Zeiterfahrungen von Interpret und Publikum integriert. Seine Werke wurden unter anderem von Künstlern und Ensembles wie dem Halfsound Duo, Grace Macdonald, Franziska Salker, dem Bux Ensemble, Alex Raineri, Fidan Aghayeva-Edler, dem Berliner Lautsprecherorchester, Plexus, dem University of Melbourne Symphony Orchestra, dem Shanghai Philharmonic Orchestra, Rubiks und ELISION aufgeführt und waren zudem Bestandteil zahlreicher Konzerte der University of Melbourne, der Akademie der Künste und der Universität der Künste Berlin. Zu seinen jüngsten Projekten zählen die experimentelle Komposition/das Event „abounding music“, das er 2021 für die Akademie Kontemporär der HfMT Hamburg zusammen mit „CLING“ schuf – ein hybrides Werk aus Choreografie und Komposition, das er gemeinsam mit Ariane Burghard entwickelte –, das Blockflötentrio „I miss this remembering“ (2022), das er für das Bux Ensemble komponierte, sowie 2023 das groß angelegte, selbstentwickelte Musiktheaterstück „The ßpinning Шheel“ und „Creatures of the self“, ein Werk, das im Rahmen des Kollektiv Unruhe entstand und aufgeführt wurde.

Aya Toraiwa ist eine in Berlin lebende Tanzkünstlerin. Ihr derzeitigesInteresse gilt der Frage, wie sich ein Körper zwischen seiner Funktion alsObjekt, als Raum einnehmendes Material und als Ort, an dem Situationenstattfinden, bewegt. Wie ein Körper zu einem Kommunikationsmedium wird, währender spielerisch die Fragilität der Sinnstiftung berührt. Das Akzeptieren vonFragilität, das Wahrnehmen jedes Details und das aufmerksame Zuhören bilden denKern ihrer Arbeit.
Die in Ungarn geborene Judit Varga ist eine in Wien ansässige Komponistin für klassische Musik, Filmkomponistin, Pianistin und Universitätsprofessorin. Sie arbeitet mit renommierten Orchestern und Ensembles aus aller Welt zusammen, darunter das Ensemble Modern, das BBC Symphony Orchestra, das Radio-Symphonieorchester Wien, das Ensemble Kontrapunkte und das Riot Ensemble London. Sie hat die Musik für über 30 Theateraufführungen und Filme komponiert. In den Jahren 2013, 2014 und 2020 wurde sie von der Österreichischen Filmakademie in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert. Ihre Filme werden auf den bedeutendsten internationalen A-Festivals gezeigt. 2016 beauftragte die Ungarische Staatsoper ihre Oper »Love in Budapest« und brachte diese mit großem Erfolg zur Uraufführung. Für ihre herausragenden Beiträge zur zeitgenössischen ungarischen Musik und zum kulturellen Leben Ungarns wurde ihr 2017 der Béla Bartók – Ditta Pásztory-Preis verliehen. 2022 erhielt Varga den Outstanding Artist Award für ihre Leistungen in der Sparte Musik vom österreichischen Bundesministerium für Kunst und Kultur. Seit 2019 ist sie Universitätsprofessorin für Komposition und Medienkomposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw).
Rachel C. Walker komponiert poetische, klangfarbenspezifische Stücke, die aus ihrer fortwährenden Beschäftigung mit und der Erforschung von chinesischer Volksmusik, musikalischer Zeitstruktur und Sprache entstehen. Sie unterhält langfristige Kooperationen mit zeitgenössischen Schriftsteller:innen, um die philosophischen Verbindungen zwischen Transkription und Übersetzung innerhalb abstrakter musikalischer Syntaxen zu erforschen.
Rachel hatte Aufenthalte am Banff Centre for Arts and Creativity, an der Britten-Pears Arts, Lisboa Incomum (Culture Moves Europe) und am Elektronmusikstudio Stockholm. Im Jahr 2022 war sie Stipendiatin („auditiv und physisch“) der Akademie Schloss Solitude. Im Jahr 2023 wurde sie mit dem Max Uhlig Reisestipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ausgezeichnet, 2024 und 2025 war sie Stipendiatin des Künstlerhofs Schreyahn. Von 2025 bis 2028 ist Rachel Composer in Residence bei der Fondation Singer-Polignac. In der Spielzeit 2027/28 wird eine neue Oper, die in Zusammenarbeit mit den Librettisten Andreas Karl und Nadeem Al-Aloosi entstanden ist, an der Staatsoper Hamburg uraufgeführt.

Preisträger des Berlin Prize for Young Artists in 2023, Adam Woodward spielt regelmäßig als Mitglied des Ensemble Recherche und war Gründungsmitglied des Fabrik Quartets. Im Rahmen seiner Solo-, Kammermusik- und Orchesterauftritte trat er als Gast mit Ensembles wie dem Mivos Quartet, dem Ensemble Modern und der Sinfonietta Riga auf. Zu seinen letzten Festivalauftritten zählen ECLAT, Musica Nova, Acht Brücken und das Big Ears Festival. Während seiner Zeit beim Fabrik Quartet gewann das Quartett den ersten Preis beim Wettbewerb für zeitgenössische Musik Festmus re_cre@, den zweiten Preis sowie Sonderpreise beim John Cage Preis 2024 und nahm mit Unterstützung des Kamar Percy und Ingeborg John Stiftungspreises seine Debüt-CD auf, auf der Werke von Luciano Berio, Wolfgang Rihm, Rebecca Saunders und José Luis Escrivà Córdoba zu hören sind. Das Quartett war Ensemble in Residence bei Barcelona Modern und trat bei Festivals wie den Darmstädter Ferienkursen, dem Ensems Festival und dem Mostra Sonora Festival auf. Im Jahr 2023 wurde das Fabrik Quartet im Rahmen des InSzene-Programms des Deutschen Musikrats Podium Gegenwart ausgewählt. Woodwards musikalische Ausbildung begann bereits in seiner Kindheit in Minnesota, wo er die Konzerte seiner Lehrerinnen im Minnesota Orchestra besuchte. Dies führte zu einer intensiven musikalischen Ausbildung bei Sommerfestivals wie Madeline Island Chamber Music und der Lucerne Festival Academy. Als Absolvent der Shepherd School of Music an der Rice University und der Brigham Young University studierte Woodward Violine bei Paul Kantor und Monte Belknap, bevor er sich an der Internationale Ensemble Modern Akademie auf zeitgenössische Musik spezialisierte und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt bei Lucas Fels und Tim Vogler Streichquartett und Kammermusik studierte. An einem ruhigen Abend liest Adam gerne, tauscht Buchempfehlungen aus, lernt Sprachen wie Deutsch und Russisch oder hört sich ein Album an.
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Tomoya Yokokawa studierte Komposition an der Tokyo Gakugei Universität, der Kunstuniversität Graz und der Universität der Künste Berlin. Zu seinen Lehrern zählten Elena Mendoza, Klaus Lang, Masahiro Yamauchi, Choji Kaneta und Miyuki Shiozaki. Er erhielt zahlreiche Stipendien, unter anderem vom Deutschen Musikrat, von DAAD und der Ad Infinitum Foundation sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, das ihm 2023 einen sechsmonatigen Aufenthalt im Künstlerdorf Schreyahn ermöglichte.
Zu seinen Erfolgen zählen der 1. Preis beim int: Kompositionswettbewerb Città di Udine“ 2023 (Soloinstrumente) und beim Wettbewerb »Torre della Quarda« 2018 (Kammermusik). 2023 war er zudem Finalist beim Claussen-Simon-Kompositionspreis.Komponieren ist für Yokokawa ein Dialog des innersten Selbst mit dem Unsichtbaren — ein spiritueller und mystischer Prozess, der den Kern seiner Musik bildet. Vielleicht liegt gerade darin die besondere Bedeutung der traditionellen japanischen Musik für ihn: Seine erste Oper »Konjiki Yasha« (»Der goldene Dämon«), deren Musiksprache vom Nō-Theater inspiriert ist, wurde 2018 an der Oper Graz uraufgeführt. 2026 folgte am Mitsukoshi-Theater in Tokio die Uraufführung von »Star picking«, einem Werk für das traditionelle japanische Hoforchester Gagaku — Musik, die an Klänge erinnern möchte, die die Welt vielleicht vergessen haben könnte.


